Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Das Landschaftswunderland

Brauchtum

25.01. Vogelhochzeit – Ptači kwas

Am Vorabend des 25. Januar stellen die Kinder Teller auf das Fensterbrett und am nächsten Morgen erwartet sie ein süßer Dank der Vögel, meist in Form von Gebäck. Die Vöglein halten nämlich an diesem Tag ihre Hochzeit ab (tatsächlich beginnt in dieser Zeit die Balzzeit der Vögel) und teilen das Festmahl mit den Kindern und bedanken sich so für die Winterfütterung. Viele Kindergärten und Schulen der Region feiern diesen Tag ein Fest, bei dem sich Kinder die typischen Trachten oder Vogelkostüme ankleiden und durchs Dorf ziehen.

Ostern - Jutry

Gründonnerstag

Traditionell beschenken Paten ihre Patenkinder an Gründonnerstag mit einem geflochtenen Mohnzopf und verzierten Ostereiern.

Karfreitag

In einigen Kirchdörfern ziehen Jungen früh, mittags und abends mit hölzernen Klappern zu Wegkreuzen und Kapellen, um dort gemeinsam zu beten

Ostersonntag - Osterreiten

Hoch zu Ross verkünden festlich gekleidete Männer auf Ihren mühevoll geschmückten Pferden in Prozessionen von der Auferstehung Jesu Christi. Betend und singend reiten die Osterreiter andächtig in benachbarte Kirchgemeinden und verkünden so die frohe Botschaft.

Osterreiten Zeiten
Prozession reitet nach ab Uhr an Uhr
Bautzen
Radibor
Radibor
Bautzen
10:30
14:45
12:15
16:30
Ralbitz
Wittichenau
Wittichenau
Ralbitz
09:15
15:15
12:15
18:00
Wittichenau
Ralbitz
Ralbitz
Wittichenau
09:20
15:00
12:00
18:00
Crostwitz
Panschwitz
Panschwitz
Crostwitz ​​
12:15
15:30
15:00
16:30
Panschwitz
Crostwitz
Crostwitz
Panschwitz
12:45
15:00
13:45
17:30
Radibor
Storcha
Storcha
Radibor
11:45
15:30
13:45
17:30
Storcha
Radibor
Radibor
Storcha
12:00
15:30
13:45
17:15
Nebelschütz
Ostro
Ostro
Nebelschütz
12:00
15:30
14:00
17:00
Ostro
Nebelschütz
Nebelschütz
Ostro
12:00
15:30
14:00
17:30
Ostereier verzieren

Bunt verzierte sorbische Ostereier sind seit je her ein typisches Patengeschenk in der Lausitz. In vier verschiedenen Techniken kann aus einem klassischen Osterei ein beeindruckendes Meisterwerk gemacht werden - die Reserviertechnik, die Bossiertechnik, die Kratz- und die Ätztechnik.

Beim Ostermarkt im Haus der Sorben in Bautzen kann immer 5 Wochen vor Ostern den Künstlern über die Schulter geschaut werden.

Nächster Termin: 24./25. Februar 2018

30.04. Hexenbrennen – Chodojtypalenje

In der Walpurgisnacht wird in vielen Orten ein „Hexenhaufen“ angezündet. Kinder stellen dabei selbstgebaute Hexen auf ein Holzhaufen, der zur Dämmerung angezündet wird und die Hexen verjagen soll, die laut Aberglauben Unheil über das Vieh bringen würden.

30.04. Maibaumstellen – Mejestajenje

Vor dem Hexenbrennen wird am 30. April von Jugendlichen und verheirateten Männern in den einzelnen Orten der Gemeinde ein Maibaum, geschmückt mit frischem Grün und bunten Bändern im Wipfel, aufgestellt. Es ist ein uraltes Ritual, welches die Gesundheit und Fruchtbarkeit des frischen Grüns auf das Volk übertragen sollte.

Anfang/Mitte Mai Maibaumwerfen – Mejemjtanje

Etwa Mitte bis Ende Mai findet das Maibaumwerfen statt. Bei dieser Veranstaltung wird der Baum ausgegraben und zu Fall gebracht. Die jugendlichen Männer rennen zum Wipfel. Wer ihn als erster erreicht, wird zum Maikönig gekürt. Der Maikönig kann sich aus den anwesenden Mädchen seine Königin auswählen. Das Königspaar schreitet im feierlichen Zuge durch das Dorf.

Fronleichnam – Bože ćěło

Die sorbische Brautjungferntracht, sobisch Druschka, ist eine besonders festliche und wertvolle Tracht, die zu verschiedenen kirchlichen Anlässen getragen wird. Besonders beeindruckend wirkt die Prozession der Druschkas durch das Dorf jedoch an Fronleichnam. Während der Eurcharistiefeier zieren die Mädchen in ihrer nahezu einheitlichen Tracht erhaben das Gotteshaus.

11.11. St. Martinsumzüge - Swjaty Měrćin

Der heilige St. Martin ist bekannt dafür, dass er seinen Mantel mit einem Bettler geteilt hat. Als Vorbild für christiliche Nächstenliebe feiern viele Kirchgemeinden einen Gottesdienst und organisieren Umzüge. Mancherorts zeihen die Kinder singend durchs Dorf und von Haus zu Haus und bekommen dafür Süßigkeiten.

04.12. Heilige Barbara - Swjata Borbora

Am Vorabend ihres Namenstages geht die "heilige Barbara" im Kirchspiel Wittichenau von Haus zu Haus und beschenkt die Kinder. Sie hat ein weißes Brautkleid an und trägt vor dem Gesicht einen Schleier, begleitet wird sie von zwei Weihnachtsmännern. Die heilige Barbara wird seit dem Mittelalter als Nothelferin verehrt.

06.12. St. Nikolaus - Swjaty Mikławš

Am Vorabend seines Namenstages kommt der heilige Nikolaus und legt den Kindern Süßigkeiten in die bereitgestellten geputzten Schuhe. Dieser Brauch geht zurück auf Bischof Nikolaus von Myra, der vor allem arme Kinder beschenkt haben soll. In der Radiborer Kirchgemeinde zeihen die Kinder nicht an St. Martin, sondern an St. Nikolaus singend von Haus zu Haus und bekommen süße Gaben.